Vielseitigkeit Marbach: Michael Jung reitet von Sieg zu Sieg

Erschienen am 09.05.2022

Andrew Hoy wird Zweiter im CCI4*-S / Sandra Auffarth Dritte

Michael Jung und Highlighter in Marbach 2021. Foto (c) Sportfoto Lafrentz/Frank Heinen

Marbach (fn-press). Die Saison könnte für Michael Jung nicht besser laufen. Nach seinem Sieg mit fischerChipmunk FRH in der Fünf-Sterne-Vielseitigkeit in den USA mit Weltrekordergebnis hatte der Reitmeister aus Horb nun auch beim Heimspiel in Marbach die Nase vorn. Mit knappen Vorsprung setzte sich Jung mit Highlighter im CCI4*-S auf der Schwäbischen Alb an die Spitze. Sein Sieg im Sattel des elfjährigen Hengstes trug Jung zusätzlich den mittlerweile achten Titel des Berufsreiterchampions Vielseitigkeit ein – auch das ein Rekord. Öfter als er hat noch keiner dieses Championat in Marbach gewonnen.

Michael Jung machte es allerdings spannend. Auch wenn er nach Dressur und Springen bereits in Führung lag, war der Abstand auf seine Verfolger knapp und die erlaubte Zeit für den Geländeritt der entscheidende Knackpunkt der Vier-Sterne-Geländestrecke. Als letzte Starter hatten Jung und Highlighter genau sieben Sekunden in der Hand, um als Sieger aus dieser Prüfung hervorzugehen. Und die letzten Meter der konditionell anspruchsvollen Strecke durch das hügelige Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts können sich gefühlt noch einmal hinziehen, denn es nur bergauf. So fehlten dem Paar am Ende zwei Sekunden zur Nullrunde – doch Platz eins war ihnen sicher. „Wenn es zehn Sekunden mehr gewesen wären, wäre es aber auch okay gewesen. Ich wollte nicht um jeden Preis gewinnen“, sagte der dreifache Olympiasieger. Auch wenn ihm bewusst gewesen sei, dass er schnell sein musste: „Ich bin extra ohne Uhr geritten, weil ich wissen wollte, wie meine Pferde das hier gehen und bin nur so schnell geritten, wie sie es zugelassen haben“, sagte Jung, der neben Highlighter auch noch mit Kilcandra Ocean Power gestartet war.

Mit einem Endstand von 26,5 Minuspunkten verwiesen Jung und Highlighter, dessen nächstes Ziel nun Wiesbaden sein wird, den achtfachen Olympioniken Andrew Hoy aus Australien auf Platz zwei. Der 63-jährige Silber- und Bronzemedaillengewinner von Tokio hatte in Marbach sein Olympiapferd Vassily de Lassos gesattelt und bewältigte als Einziger von 64 Startern die Strecke ohne Zeit- und Hindernisfehler. Es blieb für ihn bei 29,1 Minuspunkten aus der Dressur.

Schnell unterwegs, aber nicht ganz in der Zeit war auch Sandra Auffarth (Ganderkesee) und der neunjährige in Polen gezogene Rosveel. 31,9 lautete ihr Endstand, mit die Weltmeisterin von 2014 den dritten Platz belegte – noch vor Dirk Schrade mit Casino. Der mittlerweile in Schleswig-Holstein beheimatete Marbacher Lokalmatador hatte vor dem Geländeritt seinem Landsmann Jung noch am dichtesten auf den Fersen gelegen, am Ende machten aber auch ihm einige Zeitfehler einen Strich durch die Rechnung. Mit 32,6 Minuspunkten wurde er insgesamt Vierter.

Eine Medaille gab es aber auch für Schrade. Wie 2021 gewannen er und sein zwölfjähriger Holsteiner Schimmel hinter Jung und Auffarth die Bronzemedaille im Berufsreiterchampionat Vielseitigkeit. Einziger Unterschied zum Vorjahr: 2021 saßen Jung und Auffarth auf ihren späteren Olympiapferden fischerChipmunk FRH beziehungsweise Viamant du Matz.

Nachwuchs auf dem Vormarsch
Im hochkarätig besetzten Starterfeld gaben die deutschen Nachwuchsreiter ein gutes Bild ab, allen voran Jerôme Robiné. Der 23-jährige BWL-Student, Mitglied der Warendorfer Perspektivgruppe und Gesamtgewinner des U25-Förderpreises Vielseitigkeit 2021, belegte mit dem zwölfjährigen Iren Black Ice und 37,1 Minuspunkten den achten Platz – vor sich ausschließlich Olympiateilnehmer. Für den Sportsoldaten bedeutete das gleichzeitig den Sieg in der Sonderwertung des U25-Förderpreises Vielseitigkeit 2022 sowie viele Punkte in der Serienwertung. „Ich war zum ersten Mal nach acht Jahren wieder in Marbach und das erste Mal in der Vier-Sterne-Prüfung – das war schon was anderes“, sagte Robiné. Vielleicht habe er auch noch schneller sein können, aber der Boden der Strecke sei zu Beginn etwas tief gewesen. so Robiné. „Am Anfang war ich gefühlt zu langsam unterwegs, dann habe ich ihn aber einfach seinen Rhythmus gehen lassen, aus Sorge, dass er am Ende nicht mehr genug Kondition hat. So oft bin ich auf diesem Niveau ja noch nicht gestartet. Und das ist aufgegangenen.“.

Direkt hinter Robiné – sowohl in der CCI- als auch Förderpreis-Wertung – landete seine Perspektivgruppenkollegin, die erst 20-jährige Anna Lena Schaaf mit Fairytale (37,9), unmittelbar vor Alina Dibowski (Döhle) mit Barbados. Letztere erzielte ein Ergebnis von 38,1 Minuspunkten und rangierte damit am Ende noch vor ihrem Vater Andreas Dibowski, der mit Barbados Vollbruder Brennus Platz 14 im CCI4*-S belegte. Hb

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