Namensgebung auf „Margitta-Wiktor-Platz“ für den Reitplatz in Trent/Zubzow
Erschienen am 18.05.2026
Margitta Wiktor - im Juli 2025 im 82. Lebensjahr gestorben, gehörte zu den markantesten und nachhaltigsten Persönlichkeiten des Pferdesports und der Pferdezucht in Mecklenburg-Vorpommern - ihr Wirkungsfeld, der Reitplatz in Zubzow bei Trent aus der Insel Rügen, trägt jetzt ihren Namen. © J. Wego
Am 17. Mai, zehn Monate nach ihrem Tod, wurde Margitta Wiktor, der Mitbegründerin des Pferdesports in Trent (Ortsteil Zubzow) auf der Insel Rügen postum eine besondere Ehre zu Teil. Die Turnieranlage wurde beim Springturnier vor dem Großen Preis, mit großen Lettern am Richterturm, auf ihren Namen getauft.
43 Jahre führte Margitta Wiktor die Sektion Pferdesport und den daraus hervorgegangenen Reit- und Fahrvereins Trent 82. Frank Schifner, der Jahrzehnte mit Margitta Wiktor und ihrer Familie zusammengearbeitet hat und Ende 2025 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, hielt die Laudatio.
Er begann mit den Worten: „Heute ist ein besonderer Moment für unseren Verein. Ein Moment des Erinnerns - und zugleich ein Moment des bleibenden Dankes.“
Vereinsvorsitzender Frank Schiefner bei der Laudation zur Namensgebung des Reitplatzes in Zubzow bei Trent mit Töchtern und Enkel von Margitta Wiktor: v. l. Paul Wiktor, Emma Wiktor, Kirsten Wiktor, Ines Wiktor (Schwester von Kirsten), Gustav Wiktor (Bruder von Paul und Emma), Elske Wiktor (Tochter von Ines Wiktor). © S. Boge
Wir haben uns hier versammelt, um den Reitplatz, der für uns alle so viele Stunden der Arbeit, der Freude und der Gemeinschaft bedeutet, einer Frau zu widmen, ohne die dieser Verein nicht das wäre, was er heute ist. Unsere verstorbene Vorsitzende Margitta Wiktor - Gründungsmitglied im Jahr 1982 - hat den Reit- und Fahrverein Trent über Jahrzehnte geprägt, getragen und mit Leben erfüllt.
Mit der heutigen Namensgebung dieses Platzes verbinden wir weit mehr als einen Namen. Wir verbinden damit Haltung, Leidenschaft und ein Lebenswerk.
Margitta Wiktor war Ausbilderin im besten Sinne: konsequent, fachlich fundiert, aber immer mit einem Blick für den Menschen. Sie hat Reiterinnen und Reiter geformt, gefördert und begleitet - viele von ihnen bis in den Leistungssport hinein. Einige zählen heute zu den Aushängeschildern Mecklenburg-Vorpommerns. Das ist auch ihr Verdienst.
Doch ihr Blick ging weiter. Sie hat sich nicht nur um die Erfolgreichen im Turniersport gekümmert, sondern mit gleicher Hingabe um die Freizeitreiter. Die Montagsgruppe ist dafür ein wunderbares Beispiel: Menschen, die aus Freude am Reitsport zusammenkamen - und für die das Miteinander genauso wichtig war wie das Reiten selbst. Gemeinschaft war für Margitta kein Nebeneffekt - sie war ein Ziel.
Ihre Wirkung reichte weit über unseren Verein hinaus. Sie war eine prägende Persönlichkeit für den Pferdesport auf der gesamten Insel Rügen und in Mecklenburg-Vorpommern. Als Züchterin und langjähriges Vorstandsmitglied im Verband der Pferdezüchter der Insel hat sie Maßstäbe gesetzt. Ihre Pferde waren und sind leistungsstark, wie auch an den Erfolgen ihrer Enkel zu erkennen ist, ihr Anspruch hoch, ihr Blick geschult.
Besonders am Herzen lag ihr der Dressursport, den sie selbst praktizierte. Von Jugend an war er ihre Leidenschaft. Mit Fachwissen, Hingabe und feinem Gespür hat sie ihn gelebt und vermittelt - auch wenn sie mit einem Augenzwinkern feststellen musste, dass viele ihrer Schüler sich eher dem Springen zuwandten. Ihrer Anerkennung im Dressursport hat das jedoch keinen Abbruch getan - im Gegenteil: Ihre Meinung hatte Gewicht, ihre Einschätzung war gefragt.
Und noch etwas bleibt unvergessen: Durch ihre Persönlichkeit, ihre Verlässlichkeit und ihre Überzeugungskraft hat sie unseren Verein nach außen vertreten. Sie hat Menschen für unseren Weg gewonnen, Förderer begeistert und Unterstützer gebunden, die bis heute dazu beitragen, dass unsere Turniere und Veranstaltungen auf hohem Niveau stattfinden können. Das ist ein Teil ihres Vermächtnisses, der täglich wirkt.
Allen gilt ein großer Dank - die älteren Menschen, die uns schon so viele Jahre die Treue halten, gehören ebenso dazu wie die Gemeinde Trent und die Freiwillige Feuerwehr Trent für die jahrelange großzügige Unterstützung.
Frank Schiefner fuhr fort: „Liebe Margitta, dieser Platz trägt nun deinen Namen. Er steht für das, was dir wichtig war: für Ausbildung, für Leistung, für Gemeinschaft - und für die Liebe zum Pferdesport. Immer wenn hier geritten wird, wenn trainiert wird, wenn gelacht und diskutiert wird, wirst du ein Teil davon sein. Wir werden dein Andenken in Ehren halten - und wir werden dein Werk fortführen.“

