Züchter und Springreiter Enryko Wollner tödlich verunglückt

Erschienen am 19.10.2022
Mehr als 100 Preisschleifen sammelte Enryko Wollner allein mit dem Dover-Sohn Dovers Boy. © Jutta Wego

Mehr als 100 Preisschleifen sammelte Enryko Wollner allein mit dem Dover-Sohn Dovers Boy. © Jutta Wego

Am 30. Dezember 1959 wurde Enryko Wollner geboren. Am 7. Oktober ist der Reiter, Züchter und Ausbilder aus Sülstorf im Alter von 62 Jahren an den Folgen eines Reitunfalls gestorben. Dass ausgerechnet ein Pferd mit seinem frühen Tod im Zusammenhang steht, ist besonders tragisch, weil Pferde von Kindesbeinen an seine Leidenschaft waren. Der Unfall des ehemaligen Springreiters ereignete sich am 5. Oktober. Zwei Tage später erlag er im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Der gelernte Maurer hat sich nach seiner Lehre recht früh selbstständig gemacht. Seinen ersten eigenen Hof bewirtschaftete er in Banzkow. Als sich in Sukow durch das freiwerden ehemaliger LPG Gebäude die Gelegenheit bot sich zu erweitern, siedelte er in den Ort, der eine lange Reitsporttradition hat. Seit 2006 führte Enryko Wollner auf dem ehemalige LPG-Gelände in Sülstorf, 14 km westlich von Sukow, einen Reitstall, wo er mit Freunden auch den Reitverein Sülstorfer Soers aus der Taufe hob.

Bereits vor 1990 erfolgreich im Springsattel, war danach der Dobrock-Sohn Don Camillo sein erstes Erfolgspferd, mit dem er ab 1994 zehn Jahre lang in den Klassen A bis M Schleifen in Springprüfungen sammelte. Es folgte eine Vielzahl von Pferden wie Ugan, Almeo, Nautilus, Laslo, Lloyd-Lacadero B, Glorafino H, It’s Epona, De Holländer, Warkantos, SL-Landuro, Lucero, Little Guiletta, Copix und Kai, die er in die Platzierungen ritt. Besonders erfolgreich war er auch mit der Literat-Stute Lambada, mit der er sich allein mehr als 90-mal platzieren konnte. 2007 kam Dovers Boy in seinen Stall nach Sülstorf. Zwischendurch auch von seiner Teamkollegin Anne Pölkow und anderen geritten, sammelte Enryko Woller mit dem Fuchs von Dover bis 2016 mehr als 100 Schleifen. 319-mal ging Enryko Wollner ab 1994 mit auf die Ehrenrunden, 64-mal führte er sie als Sieger an.

In den letzten Jahren widmete sich der tödlich verunglückte auch der Pferdezucht. Dabei hatten es ihm besonders Ponys angetan. Sechs Deutsche Reitponys aus seiner Zucht sind bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung registriert.

Seine Freunde und Weggefährten beschreiben Enryko Wollner als sehr gastfreundlich und besonders hilfsbereit, sowohl im Reitstall als auch in der Nachbarschaft. Er hatte gern Freunde um sich und liebte es zu feiern. Für Fragen immer ein offenes Ohr, gab er sein Wissen gern weiter. Im Umfeld seines Wirkungskreises hinterlässt er eine große Lücke. (pw/fw)

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