Zum 90. Geburtstag von Wolfgang Zehe

Erschienen am 28.06.2026

Wolfgang Zehe hat großen Anteil an der Entwicklung des Vielseitigkeitssports in der ehemaligen DDR. Am 29. Juni vollendet der Sanitzer sein 90. Lebensjahr.

Wolfgang Zehe aus Sanitz hat den Vielseitigkeitssport in der DDR maßgeblich geprägt und zahlreiche Groß Lüsewitzer Reiter zu bedeutenden Erfolgen geführt. Am 29. Juni ist er 90 Jahre alt geworden. © Jutta Wego

Wolfgang Zehe aus Sanitz hat den Vielseitigkeitssport in der DDR maßgeblich geprägt und zahlreiche Groß Lüsewitzer Reiter zu bedeutenden Erfolgen geführt. Am 29. Juni ist er 90 Jahre alt geworden. © Jutta Wego

Die Liebe zu den Pferden wurde ihm durch seinen Vater, der Turnierrichter war, in die Wiege gelegt und schon in frühester Jugend geweckt. Bereits als Schüler befasste er sich mit Pferden und dem Pferdesport. Mit Bauernrennen begann es, später besuchte er erste Reitturniere. Während seines Agrarstudiums in Rostock und auch später, stand er regelmäßig mit dem Rostocker Karl-Wilhelm Marquardt im sportlichen Wettstreit, der nach 1990 erster Präsident des Landes-Pferdesportverbandes in Mecklenburg-Vorpommern wurde.

Wolfgang Zehe kam 1961 nach Groß Lüsewitz und erritt erste Preisschleifen in der Sektion Pferdesport, die er zusammen mit Bernhard Wiese aufbaute, der Turnierrichter war. Der Jubilar startete erfolgreich als Vielseitigkeits- und Springreiter auf Kreis-, Bezirks- und DDR-Ebene. Als lizensierter Übungsleiter trainierte er fortan auch die Groß Lüsewitzer Reiter. Durch seine formende Hand sind im Jugend-, Junioren- und Seniorenbereich neun DDR-Meistertitel und insgesamt 25 Medaillen der verschiedensten Altersklassen im Gelände- und Vielseitigkeitsreiten hervorgegangen. Hinzu kamen zahlreiche Medaillen bei den Kreis- und Bezirksspartakiaden. Nach 1990 erzielten Groß Lüsewitzer Reiter auch Landesmeistertitel im Vielseitigkeitsreiten.

Viele Gäste kamen zur Feier. © KaLo

Viele Gäste kamen zur Feier. © KaLo

Namen wie seine Kinder Christian, Ann-Katrin und Susanne Zehe, sowie Gerd Chaborski, Rolf Hamann, Jürgen Pfannenstiel, Detlef Elgeti, Thomas Möller, Jürgen Pelikan, Karsten Wegener, alle mit DDR-Meisterschaftsmedaillen dekoriert, sind Ausdruck für den Leistungsstand des Pferdesports in Groß Lüsewitz, den Wolfgang Zehe entwickelt hat.

1976 übernahm Wolfgang Zehe die Leitung der Sektion Pferdesport in Groß Lüsewitz. Später wurde ihm vom Pferdesportverband der DDR die Leitung der Kommission Vielseitigkeitsreiten übertragen. Seine langjährige Erfahrung und sein Organisationstalent brachte Wolfgang Zehe nach 1990 auch in den Reit- und Fahrverein Groß Lüsewitz ein und wurde dessen Vorsitzender. Sein 58-jähriger Sohn Christian, der heute ein angesehener Internationaler Gelände-Parcourschef ist, stieß Anfang der 1990er Jahre mit dem Grollus xx-Sohn Gallus in die Spitze der deutschen Vielseitigkeitsreiter vor und wurde 1991 Siebter bei der Europameisterschaft in Punchestown. Ein Start bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelone blieb ihm durch den plötzlichen Tod seines Pferdes verwehrt.

Mit einer Kutsche wurde der Jubilar von seinem Haus in Sanitz zur Feierort an den Groß Lüsewitzer See gefahren, wo früher der Turnierplatz war. © KaLo

Mit einer Kutsche wurde der Jubilar von seinem Haus in Sanitz zur Feierort an den Groß Lüsewitzer See gefahren, wo früher der Turnierplatz war. © KaLo

Großes Ansehen hat sich Wolfgang Zehe auch als Organisator einer Vielzahl von Turnierveranstaltungen in den Disziplinen Vielseitigkeit, Springen und Dressur rund um den Groß Lüsewitzer See erworben. Darunter auch DDR-Meisterschaften in der Vielseitigkeit. Er selbst widmete sich nach 1990 auch der Jagdreiterei hinter der Hundemeute. 1998 zogen die Pferde von Groß Lüsewitz in die neue Reitanlage Zehe nach Sanitz um, die von Sohn Christian geleitet wird.

Für sein großes Engagement um die Entwicklung des Pferdesports in Mecklenburg-Vorpommern wurde Wolfgang Zehe 1998, nach zahlreichen vorangegangenen Ehrungen, mit der Ehrennadel der Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern für Reiten, Fahren und Voltigieren in Gold ausgezeichnet. Mögen dem Jubilar noch viele weitere Jahre bei erträglicher Gesundheit beschieden sein, damit er auch die reitsportliche Entwicklung seiner Enkelin Isadora Bütow weiterhin verfolgen kann. (fw)

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