Zum 70. Geburtstag von Walter Roos

Erschienen am 14.04.2026

Mit Walter Roos ist ein Urgestein des Reitsports in Mecklenburg-Vorpommern am 13. April 70 Jahre alt geworden.

Walter Roos und der 1980 geborene Mecklenburger Wallach Sender (v. Sekurit), der aufgrund seiner hellumrandeten Augenränder infolge einer Erkrankung in jungen Jahren, die zu einer Pigmentstörung führte, auch „Brillenpferd“ genannt, waren Ende der 1980er und in den 1990er Jahren unter seinen Reiterkollegen so etwas wie ein Angstgegner. Wenn Walter Roos noch am Start war, konnte sich niemand sicher sein ein Springen gewonnen zu haben.

Mit Carney hat er seine fast 60-jährige Karriere als Springreiter 2025 beendet. © Jutta Wego

Mit Carney hat er seine fast 60-jährige Karriere als Springreiter 2025 beendet. © Jutta Wego

Walter Roos ist ein Nachfahre von Emil Roos, der in den 1930er Jahren mit weiteren neun Bauernfamilien als Siedler aus dem hessischen Sulzbach im Taunusgebiet nach Mecklenburg kam. Sie ließen sich in Wöpkendorf, an der Straße zwischen Dettmannsdorf und Marlow, als Siedler nieder.

Die Familie war pferde- und reitsportbegeistert. Mit 10 Jahren schlossen sich Walter und weitere Verwandte der Familie Roos der 1966 gegründeten Sektion Pferdesport der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Wöpkendorf an. Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) hat den Pferdesport damals gefördert und den Reitern Pferde aus ihrem Bestand vorgehalten. Nur einen Steinwurf von der Hauptstraße Sanitz - Bad Sülze entfernt entstand ein Reitplatz, auf dem von Anfang an Reitturniere stattfanden.

Walter Roos, der einen Holzverarbeitungsberuf erlernte, war immer mittendrin und vor allem immer voran. Er wurde in der Zeit so etwas wie der Motor in der Organisation und führte die Sektion nach 1990, in schwerer Zeit, als Reitsportgemeinschaft (RSG) Wöpkendorf in eine neue Ära und war bis 2002 ihr Vorsitzender. Als er die Rüganerin Birca Rehmer kennenlernte, mit der er einige Jahre verheiratet war (mit Robin Roos haben sie einen gemeinsamen Sohn), übernahm sie die Leitung und Federführung des Vereins, nun mit dem Namen Birca Roos.

Beide waren ein starkes Team im Verein und führten ihn von der Existenz-Krise Anfang 1990 zu einem der Mitgliederstärksten im Land. Birca in der Organisation, die weit über den Verein hinaus geht, Walter mit neuen Ideen, Zollstock, Säge, Hammer und Nägel bei der Vorbereitung der Turniere.

Walter Roos mit seinem unvergessenen „Brillenpferd“ Sender. © Jutta Wego

Walter Roos mit seinem unvergessenen „Brillenpferd“ Sender. © Jutta Wego

Auch die Erfolge auf den Turnieren im damaligen Bezirk Rostock und später in Mecklenburg-Vorpommern, vorwiegend in den Klassen L und M, stiegen von Jahr zu Jahr. Vor allem als Sender unter seinen Sattel kam, der 2004 in einer bewegenden Zeremonie aus dem Sport verabschiedet wurde. Leider sind die Einzelerfolge aus der Zeit vor 1990 nicht erfasst. Von 1990 bis 2025 sind für Walter Roos bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) 602 Turniererfolge registriert.

Den letzten Sieg erritt er sich beim Abschiedsturnier am 3. August 2025 in Miltzow mit seinem jetzt 13-jährigen Carney (v. Canturat), den er seiner Tochter Vivien Günther zur Verfügung stellt, die ebenfalls viele Erfolge mit ihm hat. Walter Roos war in seiner ganzen aktiven Laufbahn ein Amateur reinsten Wassers. Immer gut aufgelegt und ein Reiterkumpel den alle mögen. Für sein großes Engagement wurde er mit der Ehrennadel des Pferdesportverbandes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Möge der Jubilar dem Pferdesport im Land, auch als Ausbilder junger Reiter, bei guter Gesundheit noch viele Jahre erhalten bleiben. (fw)

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